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Bericht zur Fulda Challenge Qualifikation 2004
Text: Copyright Eike Sack, www.pussyboarder.de
Wir wurden mit einem schönen schwarzen Bus, mit einem Panter drauf, aus Frankfurt, Stuttgart und München abgeholt.
Ich stieg mit den Engländern in München zu. Mit Riesenverspätung kamen wir dann nach dem Abendessen in
Sulden-Südtirol-Italien an. Sulden liegt 1900m hoch. Vor dem Schlafengehen gab es noch die Kleiderausgabe
(2 T-shirts mit "schwarz, breit, stark" hinten auf der Schulter, eine Fliesjacke, einen Windbreaker und ein Cap) und
das Briefing der Veranstaltung. Das Ziel von allen war klar: Wir wollten uns qualifizieren für die Fulda-Challenge 2004
in Canada-Yukon. Ein Film der letzten Jahre stimmte uns darauf ein: Hundeschlitten-Rennen, Eiswand-Klettern,
Schneeschuh-Läufe und Schneemobil-Rennen... Das sah schon spannend aus, vor allem bei minus 40°C. Vor uns lag
jetzt aber erstmal, sich gegen die jeweils 4 anderen Bewerber im Team durchzusetzen. Jedes Land stellt ein Team (Ausnahme
Deutschland mit 2) mit jeweils 5 Frauen und 5 Männern. Diese 5 treten auf der Selection in insgesamt 9 verschiedenen
Disziplinen gegeneinander an. Der jeweils erste des Männer- und die erste des Frauenteams sind in Canada dabei. In
meinem Team fehlte einer, wir waren also nur zu viert.
Am nächsten morgen hieß es dann für die erste Competition: Halbmarathon!! Sprich es waren 18km auf 1900m
Höhe und 1000m Höhenunterschied. Damit hatte wohl keiner gerechnet. Das gab es letztes Jahr nicht. Das
berichteten jedenfalls die 4 Teilnehmer, die sich letztes Jahr schon bei der Selection versucht haben und wieder dabei sind.
Zuerst ging es 9km bergab, dann 9km wieder hoch. Nach 1:50 Std. und der Startnummer 1 war ich völlig fertig im Ziel. Ich
fand die Zeit gar nicht so schlecht für den Höhenunterschied. Ich war letzter meiner Gruppe... Ich hatte allerdings auch zwei
IronMan-Absolventen in meinem Team, denen ich nur hinterherlaufen konnte. Der erste des gesamten Laufs (natürlich
einer aus meiner Gruppe... ) hat 1: 23 Std. gebraucht. Meine Beine sind fast geplatzt...
Die nächste Aufgabe war ein Cross-Kart-Parcour. Ein Cross-Kart ist genau das, was man dem Namen nach vermuten
würde: ein geländetaugliches GoKart. Man musste möglichst schnell durch die Strecke fahren ohne irgendwelche
Hütchen umzuschmeißen. Die anderen Teams (mittlerweile auch noch Holland, die Schweiz und Österreich) mühten
sich derweil mit dem Car-pulling ab. Ein Geländewagen musste innerhalb von 2 min. eine bestimmte Strecke (ca.15m)
mithilfe eines an dem Wagen befestigten Gurtes gezogen werden. Ich habe 19 sec. gebraucht. Schnellster war ein
Engländer mit 17 sec. Letzte Station für den Tag war Baumklettern, nachts. Ein Baum war hell erleuchtet und alle
mussten mit Steigeisen ca. 10m hoch klettern und oben eine Glocke betätigen. Meine Zeit: 1:08 min. Schnellster
ein Italiener: 0:56 min.
Am nächsten morgen war es eine Genugtuung, die anderen einen nach dem anderen in den Frühstückssaal humpeln
zu sehen. Ich war also nicht der einzige, dem der Lauf am vorherigen Tag so zugesetzt hat.
Dafür war heute "nur" ein ca. 20km Mountainbike-Rennen angesetzt. Gleich am Anfang gab es eine Passage, wo man
sein Rad ca. 200m bergauf tragen musste. Nach einem langen Monotrail gab es eine Schotter-Downhillstrecke mit
vielen Kurven und das ersehnte Bergabfahren auf der Strasse mit dem Wissen, dass wir das alles auch wieder bergauf
fahren müssen. Und das Ganze zweimal. Dann wurde am Felsen geklettert. Ca. 8m bis an eine Glocke. Schnellster
war ein Italiener mit 0:37 min. Ich habe 1:23 min. gebraucht. Nach dem Mittagessen Fuhren wir noch durch einen
Offroadparcour mit Hindernissen und mussten einen 18kg Autoreifen durch einen kleinen Parcour und den Berg rauf
und wieder runter schleppen. Meine Beine streikten immer noch.
Zum Abschluss am Sonntag morgen gab es dann noch einen Berglauf, der eigentlich eher ein Berg-Schnell-Wandern war.
Ca. 7km mit einem Höhenunterschied von 750m. Und dann die Skipiste wieder runter. Da meine Beine nicht mehr runter
laufen wollten, bin ich die komplette Downhillstrecke rückwärts runter gegangen.
Am Schluss war ich dritter meiner Gruppe, knapp hinter dem Zweiten (Ersatzkandidat).
Ich habe ja schon einige Selections anderer Veranstalter mitgemacht, aber das war von den Streckenanforderungen
bei weitem die härteste. Ich habe noch nie so einen Muskelkater gehabt...
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