|

zurück zur Fulda Challenge Startseite
Tag 1 |
Tag 2 |
Tag 3 |
Tag 4 |
Tag 5 |
Tag 6 |
Tag 7
Reisebericht Fulda Challenge 2002
Tag 2: 30.01.02
Am zweiten Tag der Fulda-Challenge stand ein Hundeschlitten- und ein Schneemobil-Rennen sowie eine
Canyon-Überquerung am Drahtseil an. Bereits im Morgengrauen, das nahe dem Polarkreis um diese Jahreszeit
erst etwa gegen neun Uhr morgens einsetzt, wurde das Schlittenhunderennen gestartet. Einer kurzen Mittagspause
folgte dann ein 70 Kilometer langes, auf unbekannter Strecke durch die unwegsame Region Whitehorse führendes
Schneemobilrennen. Und nach dem Abendessen mußte die wärmeisolierende Spezialkleidung, ohne die ein
Aufenthalt im Freien selbst bei stärkster körperlicher Betätigung und Konstitution nicht möglich wäre, noch
einmal angezogen werden, denn vor den Toren von Whitehorse war unter sternklarem Himmel und bei
entsprechenden Minus-Temperaturen die Überquerung des Miles-Canyon - einer tiefe Schlucht, durch
die sich der Yukon zwängt - an einem Seil angesagt.
Besonders Geschicklichkeit war an diesem Wettbewerbstag von allen Teilnehmern gefordert. Am Morgen allerdings
mußte sie zusätzlich mit dem Gespür für das Führen von Hunden kombiniert werden. Denn kurz nach Tagesanbruch
wurde am Blockhaus des "Meadow Lakes Golf and Country Club" das von jeweils beiden Teammitgliedern in separaten
Durchgängen zu bestreitende Hundeschlitten-Rennen gestartet. Der 7,2 Kilometer lange Kurs rund um den Golfplatz
und die bis hinüber zu der Steilküste des Yukon führenden Wälder mußte mit einem von fünf Huskies gezogenen Hundeschlitten
in möglichst kurzer Zeit bewältigt werden. Die von einem professionellen "Musher" eingewiesenen Sportlerinnen und Sportler,
deren Runden-Zeiten addiert in die Wertung kamen, hatten gleich zu Anfang mit einer aus einem steilen Abhang mit
nachfolgender enger Linkskurve bestehenden schwierigen Streckenführung zu kämpfen. Als klarer Sieger erwies sich mit
fast eineinhalb Minuten Vorsprung das italienische Team, obwohl Elena Spalenza trotz lautstarker Unterstützung ihres Partners
Giorgio Albiero gleich in der erwähnten ersten Schikane vom Schlitten mußte und einige Meter durch den Schnee gezogen
wurde, bevor sie die Hunde beruhigen konnte und alles wieder unter Kontrolle brachte. Trotz dieses Mißgeschicks fuhr die kleine
Italienerin mit 14.38 Minuten Tagesbestzeit. Wie schon am Tag zuvor landeten die Kanadier Kim Csizmazia und Willy Gadd auf
dem zweiten Platz, da erstere durch zu hohe Geschwindigkeit des Gespanns eine scharfe Rechtskurve verpaßte und die Hunde über
die niedrige Abschrankung einen falschen Weg einschlugen. Die Sieger des Riesenslalom-Wettberwerbs vom Vortage, das Schweizer
Team, landete diesmal nur auf dem dritten Platz, gefolgt vom ADAC-Team, den Niederländern, den beiden österreichischen
Teams "Austria I" und ÖAMTC sowie den beiden deutschen Teams Hitradio FFH und "Germany I". Erneut großes Pech hatte das
Team aus Großbritannien: die ehemalige Miss England, Della Draper, verlor bei einem schweren Sturz ihr Hundegespann, das
erst nach ca. fünfzehn Minuten wieder eingefangen werden konnte. Ihre Zeit von 36.49 Minuten warf das Team auf den
letzten Platz zurück.
Eine sowohl fahrtechnisch wie logistisch schwierige Aufgabe war am Nachmittag zu bewältigen: ausgerüstet mit
GPS mußten die Teams auf einem Schneemobil die im Gerät gespeicherten Punkte auf einer 70 Kilometer langen
Strecke in den bewaldeten Hügeln außerhalb von Whitehorse anfahren und in schnellstmöglicher Zeit wieder an
Start und Ziel zurückkehren. Dazu gab es eine Einführung in GPS durch die letztjährige Paris-Dakar-Siegerin Jutta
Kleinschmidt, die vor dem Rennen die Funktion der Navigation über das Satelliten -System erläuterte. Nach dieser
detaillierten Unterweisung startete sie das Rennen mit den schweren, gut motorisierten Maschinen. Zur Sicherheit aller
Teilnehmer verfolgte ein mit einem Notarzt besetzter Hubschrauber den mit hohen Geschwindigkeiten befahrenen
Kurs. Die gesamte Strecke wurde zusätzlich von Posten aus dem Team des Tirol Bergretters Olaf Reinstadler
überwacht. Nach dem Start setzte sich schnell das italienische Team an die Spitze. Kurzer Zeit später hatte sich
das Feld deutlich auseinandergezogen, bedingt auch durch einige Abkürzungsversuche, die im Tiefschnee endeten
und eine Weiterfahrt nur nach zeitraubendem Freischaufeln der Fahrzeuge möglich war. Nachdem auch die führende
Mannschaft von diesem Schicksal ereilt wurde, führten zeitweise die bisher glücklosen Engländer. Doch die aggressivere
Fahrweise der Südländer machte ihren Fahrfehler wieder wett und führte das italienische Team trotz weiterer
Strafpunkte wegen nicht korrekt angefahrener Kontrollpunkte doch noch auf Platz 3, den sie allerdings mit den
punktgleichen Niederländern und Österreich I teilen mußten. Gewinner war diesmal - zusammen mit dem punktgleichen
Team Canada - das ADAC-Team, Britta Müller und Markus Wickenburg, das trotz ebenfalls erhaltener Strafpunkte durch
gute Technik und großem Einsatz die restlichen acht Mannschaften hinter sich lassen konnte. Den sechsten Platz
erreichten gemeinsam die Teams von Deutschland I und dem ÖAMTC. Von einer aussichtsreichen Position leider im zweiten
Teil des Rennens wieder zurückgefallen, erreichten die Engländer in diesem dritten Wettbewerb den achten Platz.
Vorletzter war diesmal Hitradio FFH vor dem überraschenden Schlußlicht, dem Schweizer Team, dem zunächst doch
etwas mehr zugetraut worden war.
Abschluß dieses Wettkampftages in den arktischen Breitengraden des kanadischen Nordens war die bei
sternklarer Nacht unangenehm kalte Kletterpartie über eine 8 Meter tiefe und 25 Meter breite Schlucht, die der
Yukon kurz vor Whitehorse - der nach den weißen Schaumkronen des Flusses benannten Hauptstadt des Landes
- in die Felsen gefressen hat. Die aneinander geketteten Teams mußten sich an dem über den Canyon
gespannten Seil in möglichst kurzer Zeit auf die andere Seite hangeln. Die meisten Kräfte nach dem bisher schon recht
anstrengenden Tag hatte dabei das Team vom Gastgeberland Kanada, Kim Csizmazia und Willy Gadd, das mit 1.15
Minuten mit Abstand als schnellste den Fluß überqueren konnten. Mit 3.31 Minuten wurde "Austria I", Lucia Mitter
und Anton Gächter, Zweiter, gefolgt von ihren Landsleuten des ÖAMTC-Teams und der Schweiter Mannschaft. Italien und
Deutschland I gingen leer aus: sie mußten wegen nachlassender Kräfte aufgeben.
Im Gesamtklassement führte nach diesem zweiten Tag der Fulda-Challenge mit großem Vorsprung klar das kanadische
Team. An die zweite Stelle setzte sich nicht unerwartet die Schweiz vor dem österreichischen und dem italienischen Team.
Nicht ganz zufrieden mit ihrer Leistung war die an fünfter Stelle plazierte Mannschaft des ÖAMTC. Auf den weiteren
Rängen folgten ADAC, die Niederlande. Deutschland I und Hitradio FFH sowie England.
... weiter (Tag 3)
|
|
|
|