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Reisebericht Fulda Challenge 2002

Tag 7: 04.02.02
Am siebten und letzten Tag der Fulda-Challenge standen die drei letzten Wettbewerbe auf dem Programm. Zunächst noch - innerhalb der Stadtgrenzen Inuviks in den North West Territories - das Ski-Jörning bei Minus 34 Grad Celsius auf dem zugefrorenen und im Winter als Straße benutzen Mackenzie-River und dann - in dem mit dem Wagen nur im Winter auf 180 km zugefrorenem Fluß erreichbare Tuktoyaktuk - das Schlagen eines Wasserloches zum Fischen in die Eisflache des Beaufort-Meeres sowie das Zielwerfen mit einer von den Inuits üblicherweise für die Jagd benutzten Harpune. Der spektakulären Fahrt über das Eis war bereits am Vortag die mehr als 300 km lange Fahrt über die zweite Hälfte des Dempster-Highways vorausgegangen, der mit schwierigsten winterlichen Straßenverhältnissen aufwartete.

Bei Sonnenaufgang waren die ersten Teilnehmer am Ski-Jörning bereits ins Rennen gegangen: über eine Strecke von 800 m mußte mit dem Rallye-Wagen der auf Skiern stehende Team-Partner in "Wasserski-Manier" über einen Slalomkurs gezogen werden. Die technisch anspruchsvolle Disziplin wurde zweimal, und zwar von jedem Partner in beiden Positionen absolviert. Die Nase vorn hatten an diesem Morgen mit 4.27 Minuten Österreich II (ÖAMTC), dicht gefolgt von Italien mit 4.28 Minuten. Dritter wurde Deutschland II (ADAC; 4.43 Min.); erst dann kamen auf dem vierten Platz die bisher sieggewohnten Kanadier, gefolgt von der Schweiz, Deutschland I, Österreich I, den Niederlanden, Deutschland III (Hitradio FFM) und England.

Am Nachmittag war im Hafen von Tuktoyaktuk in der westlichen Arktis, auf dem 69. Nördlichen Breiten- und dem 133 Längengrad gelegen, das Wasserloch-Schlagen und das Harpunen-Werfen angesetzt. Zu Beginn des Wettbewerbs lagen die unter Einberechnung des Wind-Chills, also des Faktors der Windgeschwindigkeit, gemessenen Temperaturen bei - 63° Celsius! Um Erfrierungen zu vermeiden, mußten alle - Teilnehmer, wie Organisationsteam und Presse - ihre Gesichter mit Gesichtsmasken schützen. Da die Eisdecke zu dick für ein Durchstoßen in akzeptabler Zeit gewesen wäre, wurde den Mannschaften eine Zeit von zehn Minuten vorgegeben und danach von den anwesenden Fachleuten der Inuits die erreichte Tiefe gemessen. Wie schon am Morgen zeigte sich dabei das Team Österreich II (ÖAMTC) in glänzender Form: Karin Schweng und Ruppert Riedl schlugen ein 86 Zentimeter tiefes Loch, drei Zentimeter tiefer als Kirstin Rösel und Martin vom Hagen vom Team Deutschland I . Mit 81 Zentimetern folgte Italien, dann die Niederlande (75,3 cm), Kanada (75 cm), Österreich I (73 cm), Deutschland II (ADAC; 60,5 cm), Deutschland III (Hitradio FFH; 60 cm), England (55 cm) und die Schweiz (54 cm).

Obwohl die Kälte kaum noch auszuhalten war und die Mehrzahl des Presse- und Organisationstrosses sich in die warmen Autos verzogen hatten, wurde mit dem Harpunen-Werfen der die Fulda-Challenge abschließende Wettbewerb durchgeführt. Wie sehr die Teams von den extremen Temperaturbedingungen mitgenommen waren, zeigte sich deutlich an den Ergebnissen: nur drei Teams trafen überhaupt das Ziel, alle andern fielen mit null Punkten aus der Wertung. Beste waren überraschend das bisher so erfolglose Gespann Della Draper und Dave Roberts vom Team England, das mit zwei Treffern, davon einer ins Schwarze, Platz 1 belegte. Mit jeweils einem Treffer folgten auf Platz 2 Deutschland III (Hitradio FFH) und als Dritter Deutschland II (ADAC) .

Das Endresultat der glänzend organisierten, zurecht als "extreme arctic adventure" titulierten Fulda-Challenge 2002, die mit 10 Teams aus Europa und Kanada (und 40 weiteren Orgainsatoren und Presse-Autos) in 8 Tagen mit 13 Sonderprüfungen von Whitehorse über fast 2500 km nach Norden ans eisige Beaufort-Meer führte, wurde bei der Siegerehrung im Gemeindezentrum von Tuktoyaktuk von den Fulda-Offiziellen verkündet. Die Siegprämie, Goldnuggets im Wert von 10 000 kanadischen Dollar (rund 7500 Euro) kassierte das an erster Stelle plazierte Team des Gastgeberlandes Kanada. Die als Zweiter erfolgreiche ÖAMTC-Mannschaft (Österreich II) gewann eine Reise in Begleitung der Paris-Dakar-Siegerin Jutta Kleinschmidt zur Wüstenrallye nach Dubai und das auf dem dritten Platz gelandete Team Österreich I darf ein Wochenende mit dem ehemaligen Formel-1-Fahrer Hans-Joachim Stuck auf dem Nürburgring verbringen. Die weitere Rangfolge lautete: 4. Schweiz, 5. Italien, 6. Deutschland II (ADAC), 7. Deutschland I, 8. Deutschland III (Hitradio FFH), 9. Niederlande, 10. England.

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