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"adventureproject @ Rallye Dakar 2007" - Reisebericht (Teil 2 von 3)
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14.01.2007 - Tag 14 - Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Gegen 7 Uhr wurden wir von den ersten Fahrzeugen geweckt, die die Speziale südlich von Atar auf dem Weg nach Tichit passierten. Jedoch waren das zunächst nur die Presse und TV-Teams.
Um 7:30 hörten wir dann aber endlich die erste KTM. Danach schoss ein Motorrad nach dem anderen an unserem Camp vorbei. Nach einer kurzen Pause folgten die Autos. Zu allererst
flog ein VW Race Touareg in einem absolut atemberaubenden Tempo vorbei. Fast schon zu schnell um überhaupt ein sinnvolles Photo hinzubekommen.
Nachdem einige Fahrzeuge bereits
erfolgreich unser Camp passiert hatten, verabschiedete sich auf einmal mit einem lauten Knall die Hinterachse eines Nissan Pick-Ups genau vor unserer Nase. Ein großer Stein hatte
sich beim Überfahren aufgestellt und die komplette Achse abgerissen. Die nächsten Stunden verbrachte die Nissan Besatzung mit Reparaturversuchen. Anfangs noch alleine nur mit Hilfe des "Bordwerkzeugs".
Später dann mit Unterstützung der Besatzung eines Assistence-Trucks. Als wir gegen mittag in Richtung Tichit aufbrachen, war der Nissan jedoch leider immer noch nicht wieder flott.
Nachdem das komplette Feld inklusive der Trucks unser Camp passiert hatte, starteten auch wir in Richtung Tichit - natürlich auf der gleichen Route wie die Rallye. Da wir eine
Schleife durch die Berge abgeschnitten hatten, konnten wir nach ein paar Stunden im hinteren Feld der Rallye auf der Strecke fahren. Die extrem anspruchsvolle Route mit sehr tiefem Sand in Dünenfeldern
und großen Felsen im ständigen Wechsel forderte noch einige Opfer. Unter anderem passierten wir einen rumänischen KTM Piloten, der seine Kupplung aufgeraucht hatte.
An unserem Biwak direkt neben der Strecke konnten wir nachts noch die letzen Rallye Teilnehmer hören, die noch immer 300 KM bis zum Tagesziel in Tichit vor sich hatten.
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15.01.2007 - Tag 15 - Kampf in den Dünen
Unser heutiges Tagesziel hieß Tidjikja. Um dorthin zu kommen, nahmen wir dieselbe Route wie die Rallye - das bedeutete lange Dünenfelder mit super tiefem Sand. Natürlich ging das nicht,
ohne dass wir uns ausgiebig festfuhren... Aber fleißiges Luftablassen (wer braucht schon mehr als 0,5 Bar in den Reifen?) machte das ganze schon deutlich einfacher. Und wenn gar nix mehr ging, konnten
wir immer auf die Hilfe unseres treuen MAN Trucks zählen, der uns gerne auch 2x hintereinander aus dem Sand zog.
Gegen Ende wurden wir für den Kampf gegen die Dünen noch mit einer traumhaften high-speed Strecke durch die Wüste entschädigt. Sand so weit das Auge reicht - und alles
schön plattgefahren von mehreren hundert Dakar Teilnehmern... Als wir kurz vor Tidjikja waren, schlugen wir unser Camp auf. Morgen geht es weiter Richtung Süden, wo wir dann in Ayoun el Atrous
wieder auf die Rallye stoßen werden.

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16.01.2007 - Tag 16 - Von Eseln und anderem Getier
Wie bisher wollten wir natürlich weiterhin den Kontakt zu Teerstrassen vermeiden. Für die weitere Strecke Richtung Ayoun nutzten wir heute daher eine ehemalige Dakar Piste.
Da es in dieser Richtung seit einigen Jahren auch eine Strasse gibt, wird die Piste nur noch selten genutzt und war dementsprechend auch recht anspruchsvoll zu fahren.
Was uns heute aber vor allem faszinierte
war die abwechslungsreiche Landschaft. Langsam wird es immer grüner und es sind nicht mehr nur Kamele und Wüstenfüchse unterwegs: unter anderem konnten wir mehrere Zebu-Rinder und
eine besonders schöne mauretanische Eselart direkt neben der Piste beobachten.
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17.01.2007 - Tag 17 - EXC 525 gegen Defender 90 Td5
Heute hatte unser adventureproject-Defender einen neuen Mitfahrer: Manfred hatte uns für ein paar Kilometer seine KTM EXC 525 im Tausch gegen einen Platz im Landy überlassen
(Vielen Dank nochmal dafür!!).
Bis zur nächsten Teerstrasse die uns über Kiffa (die Stadt heißt wirklich so) nach Ayoun bringen sollte, waren es laut Karte noch ca. 70 KM Off-Road Piste. Leider war dieser Teil der Karte nicht
ganz korrekt und so stellte sich uns auf dieser Strecke recht unerwartet eine nicht überwindbare Schlucht in den Weg. So wurden aus 70 KM Piste schnell über 150 KM anspruchsvollste off-road Strecke mit Stein- und
Geröllfeldern, Passagen mit tiefem Sand und natürlich auch schönen Pisten. Kurz gesagt: sehr viel Zeit für uns, die KTM mal ausgiebig durch Mali zu hetzen - bis wir alle gemeinsam
ziemlich geschafft endlich die Teerstrasse erreichten.
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18.01.2007 - Tag 18 - ... uuuups wir sind in Mali
Von unserem Biwakplatz fuhren wir auf Pisten Richtung Süden zu dem Dorf I-n-Farba (keine Ahnung wie man das aussprechen soll), an dem heute eine Speziale der Rallye vorbeiführte. Kurz vor den Dorf sahen wir schon den Pressehubschrauber
der Dakar über einem Berg kreisen. Wir machten uns zwischen Dünenfeldern und bergiger Steppenlandschaft sofort auf die Suche nach dem Rallye-Track. Zunächst fanden wir nur zwei
Motorradfahrer, die sich offensichtlich selbst verfahren hatten. Ein paar Minuten später war unser adventureproject-Defender aber fündig und wir konnten unsere Mittagspause direkt am Rand
der Rennstrecke machen.
Um in unserem Zeitplan zu bleiben, mussten wir nachmittags bereits wieder Richtung Mali aufbrechen. Unsere Route führte zunächst entlang der Rallye Strecke. Einige Kilometer lang wurden wir so
immer wieder von Rallye Teilnehmern überholt. Nach einem CP (Durchfahrtskontrolle der Rallye) verließen wir die Rallye-Piste, da wir - um einen Grenzposten zu finden - nun erstmal eine etwas
größere Piste oder sogar Strasse finden mussten. Leider sind alle Karten von Mauretanien und Mali (und wir haben richtig viele...) ziemlich veraltet. D.h. die Pisten auf den Karten sind im Zweifelsfall
schon längst zugewachsen, weil sie seit Jahren niemand mehr befahren hat. Dafür entstehen ständig neue Wege, die wiederum in keiner Karte eingezeichnet sind und auch auf unseren
Satellitenphotos nur sehr vage zu erahnen sind. Das ist halt Afrika ...
Eine Strasse, geschweige denn einen Grenzposten, fanden wir heute daher leider nicht mehr - aber unser GPS bestätigte gegen 18 Uhr: wir sind in Mali! Am Rande der Piste Richtung Kayes, wo die Rallye
morgen biwakieren wird, schlugen wir erstmal unser Camp auf.
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19.01.2007 - Tag 19 - Rallye Fieber in Mali
Von unserem Camp im Norden Malis brachen wir früh morgens auf, um uns auf die Suche nach der richtigen Piste zu machen. Um spätestens morgen abend in Dakar zu sein, wollten wir
möglichst schnell auf eine Teerstrasse in Richtung Senegal kommen. Das Problem mit der Aktualität der Karten (siehe Tag 18...) verfolgte uns weiterhin, aber nach ein paar Runden durch
die Dörfer an der Grenze zu Mauretanien waren wir tatsächlich wieder auf dem Weg nach Dakar.
Mali durchquerten wir auf derselben Route wie die Rallye. Dadurch bekamen wir die Begeisterung der Einheimischen für die Rallye voll mit. In Mali sind wirklich alle total vom Rallye Fieber gepackt. An der Strasse
standen in jedem Ort Kinder, die ständig "La Rallye, La Rallye" riefen.
Nachmittags erreichten wir die Grenze zum Senegal und fuhren noch bis Tambacounda. Am dortigen Flughafen biwakierten heute Nacht auch alle Teilnehmer der Dakar Rallye. Bei
einem kurzen Besuch des Biwaks bekamen wir hier die Kehrseite des Rallye Spektakels zu spüren: eine riesige Menge von Einheimischen belagerte nachts den Eingang des Biwaks in der Hoffnung auf
Geschenke - die sie bei Bedarf auch des Öfteren bei vorbeifahrenden Fahrzeugen energisch einforderten. Diesem Trubel kehrten wir schnell wieder den Rücken und
schlugen unser Camp einige Kilometer weiter westlich auf. Inzwischen haben wir 5.500 KM zurückgelegt.
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20.01.2007 - Tag 20 - Schlagloch Slalom
Heute spielten wir 250 Km lang "Extrem-Schlagloch-Ausweiching" - und das geht so: man fährt mit ca. 90 Km/h auf einer Teerstrasse, die so mit Schlaglöchern übersäht ist, dass
sich an vielen Stellen direkt daneben schon wieder eine Schotterpiste gebildet hat (da die Einheimischen lieber in Ruhe daneben fahren). Da diese Straße außerdem die einzige Verbindung zwischen
Tambacounda und Dakar ist, war hier so ziemlich alles unterwegs, was der Straßenverkehr in Nordwestafrika um diese Jahreszeit zu bieten hat. Zunächst mal angefangen bei den Dakar Teilnehmern:
recht schnelle Race-Trucks, noch schnellere Autos und
ganz schnelle Motorräder. Dazu kommen einheimische LKWs die wahlweise im Schritttempo durch die Schlaglöcher eierten oder kaputt meist mitten auf der Straße standen
(das Verhältnis war ca. 50/50) und deren Fahrer sich erstmal ein Feuerchen machten oder auf einer Decke vor dem LKW campierten, um auf die Ersatzteile zu warten.
Die LKWs und auch die Mercedes Kleinbusse, die als öffentlicher Nahverkehr dienen, sahen genauso wie die Straße nicht mehr wirklich gut aus ...
"zu kaputt" gibt´s wohl nicht im Wortschatz des Wolof (Stammessprache in der Gegend hier) genausowenig wie "zu voll" ... So ein Kleinbus ist erst dann voll wenn sich niemand mehr außen dran hängen kann -
also wenn Außenleiter, Stoßstange und Dachträger voll sind.
Zu den langsameren Teilnehmern gehören hier die vielen Eselskarren, Mopeds, Fahrräder und Fußgänger - nicht zu vergessen die vielen Tiere wie Zebus, Esel, Affen und Hunde
(leider oft in totgefahrener Form am Straßenrand).
Nach weiteren 200 km einigermaßen erträglicher Teerstraße erreichten wir südlich von Dakar das kleine Hotel "Sobo Badé" im lautmalerischen Örtchen "Toubab Dialao".
Das Hotel ist im Hundertwasser-Stil gebaut und eine richtige Oase in der sonst doch sehr dreckigen Gegend. Das Hotel liegt direkt am Atlantik mit einem sehr schönen Strand - und im Meer baden hat schon was
surreales nach drei Wochen Wüste und Staub.
... weiter (Teil 3)
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